Natur/Biologie/Ökologie

Die Hauptnamen der Paderarme sind von Osten nach Westen: Dielenpader, Rothobornpader, Börnepader, Dammpader, Warme Pader und am Wall die Maspernpader. Die Namen der Pader-Quellarme sind unterschiedlichen Ursprungs und leiten sich aus ihrer Lage, ihren Eigenschaften sowie ihrer historischen Funktion ab:

  • Dielenpader: Ihre flache Quelle befindet sich östlich der Stadtbibliothek. Der Name leitet sich von den früheren Wegeverhältnissen in diesem Quellbereich ab: Vor dem Bau der heutigen Straße „Auf den Dielen" reichte der Paderarm bis fast an die Häuser heran. Der erforderliche Fahr- und Fußweg bestand lediglich aus einer Lage Dielen – Bretter und Bohlen –, die auf in den Flussgrund eingerammten Pfählen ruhten.
  • Rothobornpader: Das Quellbecken der Rothobornpader befindet sich südwestlich der Stadtbibliothek in der Nähe des Doms. In dieses ummauerte Becken münden die Augenpader und der Rothoborn, eine sehr starke, heute gefasste Quelle im Keller der Kaiserpfalz. Die Rothobornpader hat ihren Namen durch die Segnung der Quelle durch Bischof Rotho (1036-1051) wodurch sie der Legende nach Heilkraft erlangt haben soll.
  • Börnepader: Dieser Name bedeutet soviel wie „Tränkepader". Zu diesem flachen Quellbecken wurde in einer Zeit, da noch viele Ackerbürger in der Stadt wohnten, das Vieh zur Tränke getrieben. Hier wurde auch das Trinkwasser für die Wasserkunst entnommen.
  • Dammpader: Das Quellbecken der Dammpader befindet sich zwischen dem der Warmen und der Börnepader. Ein Teil der Börnepader mündet in zwei Armen in ihr Quellbecken. Der Name geht auf einen künstlichen Damm zwischen diesem Paderarm und der Warmen Pader zurück. Bis etwa 1900 war der Name „Kolkpader" geläufiger, abgeleitet von einer Quellvertiefung, dem „Blauen Kolk" im südwestlichen Teil des Quellbeckens. Dieser tiefe Quellkolk ist aber mittlerweile verfüllt worden.
  • Warme Pader: Das Wasser im Quellbecken der Warmen Pader ist stets klar und weist ganzjährig eine Temperatur von 14 bis 16° Celsius auf. Deswegen kamen die Paderbornerinnen früher zum Wäschewaschen hierher und der Name „Waschpader" wurde gebräuchlich. Die Warme Pader fließt am Ende des Paderquellgebietes mit der Damm- und Börnepader zusammen.
  • Maspernpader: Die Quelle der Maspernpader befindet sich ein wenig abseits der anderen Quellen unweit des historischen Stadtwalls. Der Name geht auf eine bereits im Jahre 1036 erwähnte „Villa Aspethera" zurück, eine offene Siedlung im „Espengehölz", die um 1200 in die sich ausdehnende Stadt einbezogen wurde. Daraus entwickelte sich „im Aspern", „Maspern".

Der kleinen Augenquelle, die unterhalb der Kaiserpfalz entspringt, werden wundersame Wirkungen nachgesagt. Fest steht: Ihr Wasser ist sehr klar und trübt sich auch nach längeren Niederschlägen nicht. Doch das ist nicht der alleinige Grund weshalb das Wasser früher zum „Augenwaschen" benutzt wurde. Der Legende nach heilt es Augenkrankheiten und macht Blinde sehend.

Das Paderquellgebiet ist nicht nur die sprichwörtliche „grüne Lunge" der Innenstadt. Die relativ konstante Temperatur des Wassers wirkt auch temperaturausgleichend. An heißen Sommertagen mildert die Luftzirkulation über den Quellbecken die Hitze in der Stadt. An Frosttagen „dampft" die gegenüber der kälteren Luft wärmere Pader und sorgt für eine zusätzliche Erwärmung der Luft.

In früheren Jahrhunderten wurden Pader und Paderaue vielseitig genutzt. Heute liegt die Nutzung vor allem im Bereich von Naherholung, Naturschutz und Hochwasserschutz für Schloß Neuhaus. Unmittelbar außerhalb des Innenstadtringes laden die Paderwiesen zum Verweilen ein. Der höher gelegene Bereich dieser Paderanlagen bietet Schatten unter heimischen und exotischen Bäumen wie Mammutbaum, Blauglockenbaum und Flügelnuss. Die Reste von Stauwehren und Gräben in der Heinz-Nixdorf-Aue zwischen Fürstenweg und Padersee sind kulturhistorische Zeugnisse der ehemaligen Flößwiesenbewirtschaftung. Im zeitigen Frühjahr wurden die Wiesen mit Paderwasser geflutet. So wurden sie, durch die vom Wasser transportierten Schwebstoffe und gelösten Nährstoffe, gedüngt und die durch das Wasser erreichte Erwärmung des Bodens beschleunigte das Wachstum. Das Heu der Flößwiesen benötigte man vor allem für die Pferde der 8. Husaren, die im Neuhäuser Marstall untergebracht waren. Durch das Flößen konnten die Anzahl der Ernten und die Ernteerträge gesteigert werden. Nach Beendigung der Flößwiesen-Nutzung in den 1960er-Jahren entwickelten sich ökologisch wertvolle Feuchtgebiete mit Röhricht, Weidengebüschen, Hochstaudenfluren und bruchwaldartigen Gehölzbeständen.

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