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Presse

Das Paderquellgebiet hält noch viele Überraschungen bereit – Rundgang und Versammlung der Paderfreunde gaben detailreiche Einblicke
Der Paderfreunde-Vorstand, Referentinnen und Referenten sind von der Pader überzeugt. V. l.: Stadtarchäologin Dr. Sveva Gai, Prof. Dr. Michael Ströhmer (Programmteam), Claudia Warnecke, Prof. Dr. Matthias Bauer, Dieter Honervogt, Peter Völse (alle vom Vorstand), Brigitte Zacharias (Programmteam), Dr. Frank Becker (Vorstand) und Jessica Schütte

Das Paderquellgebiet hält noch viele Überraschungen bereit – Rundgang und Versammlung der Paderfreunde gaben detailreiche Einblicke

09.10.2026

Die mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnete Pader stößt in der Paderborner Stadtgesellschaft auf großes Interesse. Das zeigte sich jetzt im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde der Pader in der Stadtbibliothek.

Als Appetithappen vor der Jahreshauptversammlung – im Sinne von „erst das Vergnügen, dann die Arbeit“ – gab es zuvor einen öffentlichen Baustellen-Rundgang. Jessica Schütte, Leiterin des städtischen Amtes für Umweltschutz und Grünflächen, führte über 40 Interessierte durch das wieder neu entstehende Gartendenkmal unterhalb des Abdinghofes sowie an den Rand des Geisselschen Gartens. Die Regularien der Mitgliederversammlung waren schnell abgehakt – der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Zuvor skizzierte der Vorsitzende Dieter Honervogt die Vereinsarbeit der vergangenen zwölf Monate: „Das Europäische Kulturerbe-Siegel für unsere Pader hat alles überstrahlt und es war eine willkommene Belohnung des langjährigen Engagements vieler Beteiligter und auch unser Verein hat einen Anteil an diesem Erfolg. Klopfen wir uns also alle ein wenig auf unsere Schultern.“

Schon jetzt beobachtet Dieter Honervogt ein gestiegenes Interesse an Pader-Stadtführungen und machte dies auch an der regen Teilnahme an der Baustellenführung vor der Versammlung fest: „Wir haben heute viel diskutiert und manche Dinge verlieren ihre Kritikwürdigkeit, wenn man sie erklärt bekommt und weiß, dass der Denkmalschutz einen Rahmen vorgibt.“ Einigkeit herrschte darüber, dass die jüngste Neugestaltung zu einer neuen Gartenperle mit Retrocharakter führe. Darauf setzt auch Jessica Schütte, die, auf dem vorherigen Rundgang aufbauend, die Umgestaltung noch einmal kurz erläuterte.

In diesem Rahmen werden drei Brücken über Paderarme neu gebaut – das passe zum europäischen Gedanken – Brücken als verbindende Elemente. Die Fertigstellung des Urbanen Gartendenkmals soll im Frühjahr 2027 erfolgen und man sei aktuell genau im Zeitplan.

Der Geisselsche Garten hingegen wäre in Kürze komplett zugänglich und dem Fußverkehr vorbehalten. Hier sei dann ein ruhiger Naturort mit exklusivem Blick auf den Dom entstanden.

Gute Nachrichten überbrachten auch Brigitte Zacharias und Prof. Dr. Michael Ströhmer vom Programmteam „Stadt. Mensch. Fluss. – Die Pader für Europa“. Zum Stand des Europäischen Kulturerbe-Siegel-Projekts machten sie deutlich, dass nach der Siegel-Verleihung das Interesse an Paderborn auch aus dem europäischen Ausland signifikant gestiegen sei: „Wir stehen jetzt auf der Europäisches-Kulturerbe-Landkarte und das schlägt im Positiven Wellen“, sagte Brigitte Zacharias. „Deswegen forcieren wir das zugehörige Projekt Lern- und Erlebnisorte Flusslandschaft Pader nach Kräften und sehen großes Interesse auch bei jungen Menschen.“

Es gibt erste Erasmus+ Schüleraustausche und in Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn weitere Optionen, über die Region hinaus zu agieren. Dass Baustellen im Herzen der Stadt interessante Blicke in die Vergangenheit erlauben, verdeutlichte Stadtarchäologin Dr. Sveva Gai in ihrem Impulsvortrag. Sie referierte über das von 1902 bis 1922 betriebene Ozonwerk (Abriss in 1937) unterhalb des ehemaligen Abdinghof-Klosters. Diese Anlage war eine technische Neuerung, die ihre Blicke auf sich gezogen habe und Interessierte aus anderen europäischen Städten an die Pader führte, die erfahren wollten, wie man die latente Seuchengefahr durch verunreinigtes Trinkwasser minimieren könne. Heute gibt es von diesem Werk in den Archiven nur noch ein Foto und eine einzige Planzeichnung – im Paderquellgebiet sind oberirdisch keine Spuren mehr vorhanden. Bei den jüngsten punktuellen Ausgrabungen wurden aber Fliesen und andere Relikte des Ozonwerkes gefunden.

Dass die Pader immer wieder für Überraschungen gut sei, betonte Dieter Honervogt abschließend. Das gelte im positiven Sinne und er dankte den Paderfreundinnen und -freunden für ihr Engagement, das nicht zuletzt durch erfolgte Baumpflanzungen im Paderquellgebiet nachhaltig und deutlich sichtbar sei.

Rechtliches

Paderborns Besonderheit

Paderborn verdankt seine Existenz und seinen Namen bekanntermaßen einem außergewöhnlichen Naturphänomen: Am Fuß eines Geländevorsprungs quillt aus mehr als 200 Quellen eine Wassermenge von bis zu 9.000 Litern pro Sekunde hervor. Die Stadt ist deshalb also nicht wie andere Orte am, sondern auf dem Wasser errichtet.