Geologie

Wie kommt es, dass die größten Quellen Westfalens und, nach den Aachquellen, die zweitgrößten in Deutschland, gerade hier, mitten in Paderborn, entspringen? Südlich der Stadt dehnt sich über 15 bis 30 km hin das Karstgebiet der Paderborner Hochfläche aus. In den klüftigen Kreidekalken versickern die Niederschläge der Hochfläche und vor allem die von der regenreichen Egge her einfließenden Bäche der Beke, Eller, Sauer und Altenau und auch Wasser, das die Alme vom Sauerland herbeiführt. Drei niederschlagsreiche Landschaften spenden also den Quellen die Wasserfülle. An die Bachschwinden der Hochfläche schließen sich unterirdische Wasserströme an, die an der Schnittlinie zur Ebene als Karstquellen mit großer Wasserfülle an die Oberfläche dringen. Sie sind zugleich auch Stauquellen, denn sie brechen dort hervor, wo sich der undurchlässige Emscher Mergel als Barriere auf den allmählich untertauchenden Kalk legt. Der unterirdische Weg von den Bachschwinden an der Sauer bis zu den Quellteichen in Paderborn dauert nach Färbungsversuchen zwei bis vier Tage.

In fünf Quellteichen, die in zwei Gruppen nördlich von Dom und Kaiserpfalz und westlich von Abdinghofkirche und Stadtverwaltung liegen, entspringen über 200 Quellen mit einer Schüttung von 3000-9000 Litern pro Sekunde. Damit gehören sie zu den wasserreichsten Quellen Deutschlands. Die heute fünf Quellarme der Dielen- und Rothobornpader im Osten sowie der Börne-, Damm- und Warmen Pader im Westen vereinigen sich – noch im mittelalterlichen Stadtgebiet – zur Pader, die nach nur 6 km in Schloß Neuhaus ihr Wasser an die Lippe abgibt, die zum Teil weniger Wasser führt als ihr Nebenfluss Pader. Die Pader darf sich den „kürzesten Fluss Deutschlands" nennen.

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